Mit 50’000 Downloads (Stand 2005) gehört Skype™ zu den meistgenutzten Videotelefonie und Chat-Programmen. Das erkannte auch ebay, die die Firma im September 2005 für 2,6 Milliarden US Dollar kaufte. Das Programm ist so beliebt und weit verbreitet, dass auch Arbeitgeber den Nutzen nicht übersehen können.
Virtuell Kosten sparen
Skype eröffnet die Möglichkeit, das viel gefürchtete Job-Interview, nun auch virtuell, durchzuführen. Warum lange Formulare zur Kostenerstattungen ausfüllen, wenn dies auch bequem von zu Hause aus erledigt werden kann. Keine Anfahrtkosten notwenig, nur ein Knopfdruck am eigenen Computer, um den potentiellen neuen Chef zu treffen.
Letztes Jahr alleine gab HP $1’000 pro Job-Kandidat aus, um diese zu einem Interview zu fliegen und für eine Nacht unterzubringen. Zugegeben, dies sind wahrscheinlich nicht die durchschnittlichen Lieschen Müllers, die beim Schlecker angestellt werden, aber auch Klein-, und mittelständische Unternehmen lernen zunehmend, dass sich auf diese Art einiges an Kosten und Zeit einsparen lässt.
Und dann kam der Hund
Selbstverständlich ist der Übergang vom persönlichen zum Online-Interview nicht ohne „Schluckauf“ von statten gegangen. Erst in den letzten Jahren, mit verbesserten Internetverbindungen, speziell im WLan-Bereich, kann heute ein solches Interview ohne grössere technische Schwierigkeiten erfolgen. Und hier gleich Tipp Nr. 1 – Bringen Sie den Hund oder Ihr Kleinkind aus dem Raum, bevor Sie mit einem solchen Interview beginnen (wir kommen später hierauf zurück).
Was Skype™ nicht kann
Es zeigte sich bei HP jedoch schnell, dass auch ein virtuelles Video-Chat nicht den Eindruck ersetzten kann, den eine Person in einem persönlichen Gespräch hinterlässt und keine detaillierte Beobachtung der Gestik und Mimik der potentiellen Kandidaten erlaubt. Daher nutzen viele grosse Firmen das Programm als Vorauswahl zum gezielten Einladen lediglich einer kleiner Anzahl an Restkandidaten.
Kandidaten privat
Da SKYPE sich samt Computer meist im Haus der Interviewten befindet, bietet es einen guten Einblick in die Privatsphäre der Kandidaten. Von der alten Kaffeetasse bis zum unaufgeräumten Zimmer, dem Kameraauge und damit dem Auge des potentiellen Arbeitgebers bleibt nichts verborgen.
Ein zu nahes Heranlehnen an die Kamera kann selbst intime Details, wie die Nasenhaare des Kandidaten preisgeben. Und ein kontinuierlich bellender Hund oder ein nicht zu beruhigendes schreiendes Kind hinterlassen auch nicht unbedingt den besten Eindruck. Schliesslich kommt es bei manchen Positionen darauf an, wie gut man Probleme löst.
Initiative ergreifen
Aber nicht nur Arbeitgeber können Web-Interviews initiieren, auch als Kandidat mit Wohnsitz in Düsseldorf, sollten sie sich nicht scheuen einem potentiellen Arbeitgeber in München ein SKYPE-Interview vorzuschlagen. Bei virtuellen Jobs ist dies seit längerem bereits gang und gäbe, da der persönliche Kontakt zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer hier vielleicht nie notwendig wird.
Was also auf keinen Fall tun?
Zuerst einmal gilt es zu beachten, dass wir Personen über eine Kamera anders wahrnehmen, als im persönlichen Kontakt. Hier einige Profi-Tipps, die es zu beachten gilt und die seit langem in der Filmindustrie Anwendung finden (und wer will schon kein Filmstar sein):
- Stellen Sie sicher, dass kein grelles Licht, z.B. von einem Fenster oder einer Lampe, scheint. Dies wird lediglich ihr Geicht verdunkeln.
- Wenn Ihr Gegenüber redet ist es OK auf den Bildschirm zu schauen, sollten Sie jedoch reden, schauen Sie in die Kamera. Nur auf diese Weise können Sie Augenkontakt herstellen.
- Vermeiden Sie weisse und stark gemusterte Kleidung. Sie möchten, dass der potentielle Arbeitgeber ihr Gesicht bemerkt, nicht Ihr T-Shirt.
- Und nicht vergessen, auch der Hintergrund ist sichtbar, die Hausbar oder das Badezimmer, sind daher bestimmt nicht der beste Ort für die Durchführung.
Kritik ist bekanntlich einfach, hier einige Tipps, wie es besser klappt…
- Kreieren Sie einen Rahmen. Wählen Sie einen neutralen Hintergrund und setzten sie sich in einem kleinen Winkel zur Kamera, damit sie nicht wie ein Sträfling auf einem Polizeifoto wirken.
- Sitzen Sie aufrecht in Ihrem Stuhl, aber nicht zu nah an der Kamera. Eine gute Faustregel ist – die ersten drei Knöpfe ihres Hemdes sollten sichtbar sein.
- Rufen Sie einen Freund an und lassen Sie sich eine Rückmeldung bezüglich Ihres Auftretens geben. Dies ist gleichzeitig ein guter technischer Trockenlauf.
Und natürlich sollten Sie niemals vergessen: es handelt sich immer noch um ein Job-Interview. Sie sollten daher alle Fragen, die sie an ihren potentiellen Arbeitgeber oder Auftraggeber haben, vorbereitet haben. Auch sollten sie, zumindest im oberen Teil Ihres Körpers, passende Kleidung tragen. Die Schlafanzughose sieht ja keiner…

Skype me for the Job



