Viele “erfahrene Menschen” raten davon ab, sich selbständig zu machen. Warum? Ein häufig geäussertes Argument ist, dass sich im Krankheitsfall vom Unternehmer niemand mehr ums Geschäft kümmern kann. Die Alternative – teure Mitarbeiter, die dann Teile der Arbeit übernehmen können.
Vordergründig logisch. Aber doch zu kurz gedacht. Wieso?
Diese Aussage gilt vielleicht für einen “Tante Emma-Laden”. Ist Tante Emma krank, steht das Geschäft still. Oder anders herum gesagt – Tante Emma darf nicht krank werden, koste es, was es wolle. Die Holzkiste als natürliche Grenze. Kein wirklich prickelnder Gedanke.
Was ist das Problem?
Kommt ein Kunde rein, kann Tante Emma diesen Kunden bedienen. Kommen zehn Kunden rein, kommt Tante Emma schon ganz schön ins Schwitzen. Und der letzte Kunde wird langsam ungeduldig, weil sich Nummer drei nicht entscheiden kann. Tante Emma muss immer freundlich sein, denn vielleicht kommt Nummer drei noch öfter. Irgendwann geht Nummer zehn entnervt wieder raus, weil er unter Zeitdruck ist. Zielmliches Dilemma. – Tante Emma ist zwar unheimlich nett, aber alles muss durch Ihre Hände. Und genau das ist die Schwierigkeit: Sie ist der “Flaschenhals“.
Schauen wir uns im Gegensatz dazu eBay an. Kommt ein Kunde rein und tippt auf “Sofortkauf” – kein Problem, der Kaufprozess wird abgewickelt. Kommen zehn Kunden und wollen sofort kaufen – ebenfalls kein Problem. Und mit einhundert Kunden – auch kein Problem.
Das teil-automatisierte Geschäft
Der Unterschied zwischen diesen beiden Geschäftsmodellen liegt im Verkaufsprozess. Bei Tante Emma muss immer mindestens eine Person physisch anwesend sein, während der Öffnungszeiten. Dieser Vorgang ist bei eBay automatisiert und funtioniert rund um die Uhr. Viele Web-Shops arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip, unabhängig von der Grösse des Unternehmens. Dieses Verkaufssystem braucht auch Menschen, für die Wartung und Pflege, aber entkoppelt vom Verkaufsvorgang.
Besonders interessant ist dieses automatisierte Modell für den Micropreneur. Es müssen nicht mehr alle Arbeiten manuell ausgeführt werden – das weitet nicht nur den zuvor beschriebenen Engpass, es verbessert auch die Qualität der Abwicklung und vor allem die Erreichbarkeit. Das automatische System arbeitet 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr. Und der Aufwand für Wartung und Datenpflege schrumpft auf ein Minimum.
Dank Erreichbarkeit rund um die Uhr, also auch ausserhalb der gesetzlichen Öffnungs- zeiten, steht höheren Umsätzen auch nichts mehr im Wege. Einen Teil der notwendigen Wartungsarbeiten kann ich zudem outsourcen, so dass ich eine recht grosse Hebelwirkung, d.h. Effizienz erreiche.
Zudem gewinne ich bei diesem Geschäftsmodell zeitliche Freiräume, die ich für strategische Arbeiten, wie z.B. Marktrecherchen, den Wettbewerb beobachten oder auch ganz einfach für meine Freizeit nutzen kann.
P.S.
Wie man an dem obigen Photo gut erkennen kann, funtioniert dieses System nicht nur im Internet
. Neben Zigaretten- gibt es auch Kaugummi-, Blumen-, Milch-, Kondom- und auch Fahrradschlauch-Automaten. Habe ich welche vergessen?



